Neun Jahre Hertha und kein Ende in Sicht: Frank Walther und Ingo Puch begleiten den Jahrgang 1994 seit der Bambini-Zeit

 

Die D-Junioren der SV Hertha Buschhoven sind aufgeregt: Fototermin für die Aktion "Immer am Ball". Der Kader umfasst 21 Spieler, anders als bei Jogi Löw sind aber nicht genug Triktos vorhanden, um alle damit einzukleiden. Trainer Frank Walther muss drei Jungs auswählen, die das blaue Pokalfinale-T-Shirt 2007 anbehalten sollen. Welche Drei das sind, ist nicht so wichtig, wichtig ist: "Wer sonst nicht so oft spielt, trägt auf dem Bild das Trikot."

Das sind so kleine Momente, in denen man den Geist erahnt, der durch eine Fußballmannschaft weht. Das muss nicht der Geist von Spiez sein - der eingeschworenen Gemeinschaft der WM in Bern 1954. Der von Busch- und Morenhoven tut es im Falle der D-Jugend gewiss auch.

Vor neun Jahren starteten Frank Walther und Ingo Puch mit ihren Söhnen Tobias und Lucas sowie sechs weiteren Kindern das Abenteuer Hertha. Über ihre "unvergleichlichen Helden" aus dem Jahr 1999 schrieb Frank Walther in der Bewerbung für die Aktion "Immer am Ball" der SWB Energie und Wasser und des General-Anzeigers: "Wir saßen noch alle im Gras und hatten ganz mächtige Ziele vor Augen. Das Training endete zu dieser Zeit schon nach 20 Minuten, da der eine Teil Sandburgen baute und die anderen mit den Hütchen Nikolaus spielten, während wieder andere einfach die Asche in die Luft warfen, um den entstehenden Staubwolken verträumt hinterher zu sehen. Na ja, da haben wir dann eben Fangen gespielt; auch schön."

Seitdem hat sich der Busch- und Morenhovener Fußball-Jahrgang 1994 prächtig entwickelt. "Wir waren vier Mal Vizemeister und zwei Mal Meister", berichtet Walther. "Wir spielen immer vorne mit." Im vergangenen Jahr gelang sogar der Einzug ins Pokalfinale durch Siege gegen höherklassige Mannschaften. Gegen den großen Bonner SC gab's im Endspiel aber eine Klatsche: "Da haben wir übel an Erfahrung gewonnen."

Trotz der Erfolge in der Normalstaffel betont der Trainer: "Wir sind ein Breitensportverein." Soll heißen, dass der Kader eben aus 21 unterschiedlich starken Spielern besteht, die alle auf ihre Art gefördert werden sollen. "Wir sind bemüht, ein System zu schaffen, in dem sich jeder wohlfühlt", sagt Walther, "auch die etwas schwächeren Spieler."

Die Kunst sei es eben, jene fünf oder sechs Kicker bei Laune zu halten, die nicht regelmäßig auflaufen. "Einer der Jungs zum Beispiel spielt kaum, aber er kommt seit acht Jahren immer wieder, weil er sich wohlfühlt."

Dass die homogene Mannschaft eine Art große Familie geworden ist, liegt laut Ingo Puch auch an den Eltern, die sich von Anfang an sehr für ihre kickenden Jungs engagieren. "Das Umfeld hier stimmt einfach."

Zu F-Jugend-Zeiten gab es ein Einlagespiel Jungs gegen Mütter, berichtet Puch lächelnd. "Das hat richtig Spaß gemacht." Und sein Kompagnon Walther ergänzt, dass mittlerweile die Väter gegen ihre Jungen antreten. "Letztes Jahr war es noch ausgeglichen, aber diesmal werden wir eins auf die Mütze bekommen."